Nachhaltig, digital, intelligent – Handwerkerhaus Bremen

Digitale Infrastruktur macht Holz-Hybrid-Haus auch im Betrieb nachhaltig und intelligent

Üblicherweise sind die Projektlaufzeiten in der Bauindustrie kurz und die Fertigstellung eines Gebäudes verzögert sich häufig. Durch den Einsatz neuer Technologien und durch einen Fokus auf schnelle Umsetzung und Nachhaltigkeit kann die Bauindustrie die Projektkosten, den Zeitrahmen und den Einsatz von Ressourcen in der Bauphase und während des Betriebs eines Gebäudes optimieren. Derzeit liegt der Fokus insbesondere auf der Planung und Lieferung, wo Werkzeuge wie Building Information Modelling (BIM) den Weg für eine schnellere, effizientere und damit nachhaltige Umsetzung vor Ort weisen.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür finden wir aktuell in Bremen. Das mit BIM-Software geplante Handwerkerhaus wurde in Rekordzeit in nachhaltiger Holz-Hybrid-Bauweise errichtet. Die Firma Cree, ein Pionier in der Holz-Hybridbauweise, wandte einen systematischen Ansatz für eine schnellere und effizientere Planung, Produktion und Konstruktion des Gebäudes an. In Zusammenarbeit mit ZECH Bau wurde der Rohbau mit einer Bruttogeschossfläche von 3200 Quadratmetern in 10 Tagen errichtet. Um dieses beeindruckende Tempo zu erreichen, wurden verschiedene flexible, miteinander kompatible Technologien in das innovative System von Cree integriert. Die einzelnen Komponenten des Bausystems (Bauelemente, Betriebseinrichtungen und Innenausbau) können als Standardprodukte vorgefertigt werden und sind somit modular einsetzbar.

Um die enorme Geschwindigkeit der Konstruktion und des nachhaltigen Gebäudedesigns fortzusetzen, wurde die smartengine-Technologie als Ergänzung gewählt: Die schnelle Realisierung wird durch die vereinfachte Planung und Installation ermöglicht. Durch den Einsatz von smartengine entfallen viele traditionelle Infrastrukturen (230V-Verkabelung für die Beleuchtung, der KNX-Bus, Raumthermostate, Bewegungsmelder, LED-Treiber für die Leuchten), was Zeit und Kosten bei der Installation und Inbetriebnahme spart. Erreicht wird dies durch die Verwendung von Standard-Datenkabeln, mit denen Sensor und Leuchte schnell und einfach über RJ45-Anschlüsse verbunden werden können – ganz im Sinne von “Plug and Play”. Über diese IT-Infrastruktur werden Leuchten und Sensoren mit Strom versorgt, und Daten in Echtzeit an den smartdirector weitergeleitet. Durch die andauernde Datensammlung wird die Gebäudeintelligenz stetig verbessert. Im Falle des Handwerkerhauses wurden die Sensoren in der Klimadecke vorinstalliert, was die Montage auf der Baustelle enorm erleichterte.

So kann der Betrieb des Handwerkerhauses, genauso wie dessen Konstruktion, nachhaltig und effizient gestaltet werden. Dank smartengine werden durch die optimierte Steuerung von Licht, Heizung, Klimaanlage und Belüftung Energie-Einsparungen von bis zu 40% erzielt. Die Analyse und Auswertung der gesammelten Informationen eröffnet neue Möglichkeiten für die Gebäudenutzung.

Der nächste Schwerpunkt liegt auf dem Wohlbefinden und der Produktivität der Gebäude-Nutzer. smartengine Applikationen ermöglichen z.B. die Anzeige von freien Besprechungsräumen und Arbeitsplätzen. Die mobile smartengine App bietet eine benutzerfreundliche Steuerung sowie Gebäudeinformationen. Im Handwerkerhaus wird Licht voraussichtlich mit weniger als zwei Watt pro Quadratmeter erzeugt, wobei der Farbton des Lichts sich automatisch an die Tageszeit anpassen wird. Studien haben gezeigt, dass dieses sogenannte Human Centric Lighting (HCL) die Leistung und das Wohlbefinden der Gebäudenutzer erhöht.

Mit der smartengine-Technologie werden Gebäude flexibel und zukunftsfähig und sind so auch zukünftigen Anforderungen gewachsen und damit wertstabil. Mit den wachsenden Erwartungen an ein flexibles und nachhaltiges Gebäude von Nutzern, Eigentümern und Betreibern sowie den anstehenden CO2-Regulierungen scheint ein Wandel in der Immobilienbranche unausweichlich. Als eine der größten Einzelquellen für Treibhausgasemissionen müssen Immobilien auf Effizienz und Optimierung setzen und dem Bedarf an intelligenten, vernetzten und nachhaltigen Gebäuden nachkommen. Designer, Planer und Architekten müssen sich auf die Umsetzung dieser steigenden Anforderungen vorbereiten und sich mit den technologischen Lösungen vertraut machen.

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